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KI im Vertrieb und Marketing: Kunden gewinnen

Lesson 11 of 12

Wie KI Commercial Due Diligence in 48 Stunden umkrempelt

From Ignition
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Overview

Diese Folge beleuchtet, wie DiligenceSquared mit KI-Sprachagenten die klassische Commercial Due Diligence beschleunigt und damit ein teures Beratungs-Nadelöhr aufbricht. Außerdem geht es um die Gründer mit Blackstone-, BCG- und Google-Hintergrund, die Sicherheitsmechanik mit Rückverfolgbarkeit und die Frage, ob Geschwindigkeit im Private-Equity-Alltag wichtiger ist als tradierte Beratungsmethoden.

KI im Vertrieb und Marketing: Kunden gewinnen: Wie KI Commercial Due Diligence in 48 Stunden umkrempelt — full transcript

Willkommen zur heutigen Episode! Ich bin Max Quantum, wie immer an meiner Seite Eva Cortex. Und Eva, stell dir mal diese Situation vor: Ein Private-Equity-Team sitzt in einem abgedunkelten Konferenzraum, auf dem Tisch liegt eine Kaufentscheidung über dreihundert Millionen Dollar. Die Zeit läuft ab, und die alles entscheidende Frage ist hier nicht: „Wie groß ist der globale Markt?“, sondern: „Sagen die echten Kunden im stressigen Alltag eigentlich dasselbe wie das Management im geschönten Pitch-Deck?“ Genau für diese Wahrheitssuche gibt es die Commercial Due Diligence. Und das ist traditionell ein absolutes Millionenspiel. Wenn du dafür McKinsey, BCG oder Bain reinholst, dann fliegen erst mal Heerscharen von Junior-Beratern los. Die greifen zum Hörer und führen dutzende, manchmal hunderte Telefoninterviews mit Kunden, Ex-Mitarbeitern und Wettbewerbern. Da wird transkribiert, übersetzt, verdichtet. Am Ende zahlst du eine halbe Million bis über eine Million Dollar – und das Meiste davon geht für diese reine, mühsame Fleißarbeit drauf. Genau. Und jetzt kommt das dänische Startup DiligenceSquared – kurz DS2 – ins Spiel und bricht dieses System radikal auf. Die lassen diese qualitativen Interviews nämlich von spezialisierten KI-Sprachagenten führen. Und zwar nicht nacheinander, sondern hunderte Gespräche völlig parallel, in verschiedenen Sprachen, innerhalb von wenigen Stunden statt Wochen. Und der Preis für so einen kompletten Report? Der liegt plötzlich bei rund fünfzigtausend Dollar statt einer Million. Fünfzigtausend statt einer Million? Okay, warte mal – das klingt erst mal fast zu gut, um wahr zu sein. Woher kommen diese Zahlen und was ist davon wirklich belegbar? Ist das ein verifizierter Marktpreis oder erst mal nur das Marketing-Versprechen der Gründer? Weil ganz ehrlich: Ein dreihundert-Millionen-Deal bricht zusammen, wenn die Datenbasis dünn ist. Da gibt sich kein Investor mit „wir haben da mal eine KI drangesetzt“ zufrieden. Die Preisstruktur von rund fünfzigtausend Dollar ist tatsächlich der offizielle, bestätigte Einstiegspreis von DS2 für diese automatisierten Reports. Aber dein Punkt ist völlig richtig: Die Qualität ist das Nadelöhr. Die Firma wirbt selbst mit Claims wie „Beratungsqualität auf dem Niveau der Top-Strategieberatungen“ und behauptet, bereits von einigen der größten globalen PE-Fonds genutzt zu werden. Das sind im Moment natürlich erst mal unbestätigte Unternehmensangaben – die genauen Namen der Fonds sind unter NDA. Aber die technologische und prozessuale Mechanik dahinter, die ist extrem real. Das müssen wir uns genauer anschauen. Denn ein qualifiziertes Experteninterview ist ja kein stures Abfragen von Fragebögen. Da musst du nachhaken, wenn der Gegenüber ausweicht, Nuancen verstehen, Tonlagen deuten. Wie soll ein Sprachagent das auf dem Niveau eines McKinsey-Beraters leisten, der vielleicht jahrelange Branchenerfahrung hat? Der eigentliche Hebel liegt hier nicht primär in der perfekten Nachahmung eines genialen Senior-Partners, sondern in der Eliminierung des langsamsten menschlichen Schritts im gesamten Prozess: der Skalierung des Primär-Researchs. DS2 hat das Geschäftsmodell genial seziert. Sie verkaufen nicht einfach „billigere Beratung“, sondern sie automatisieren das Nadelöhr: Leute anrufen, Termine finden, Zeitzonen überbrücken, transkribieren und die Rohdaten strukturieren. Heißt konkret: Die KI übernimmt das Fundament, auf dem die Analyse überhaupt erst aufbaut. Aber wer hat das gebaut? Weil wenn das reine Tech-Entwickler ohne Peilung vom Investmentgeschäft hochgezogen haben, fliegt ihnen das beim ersten komplexen B2B-SaaS-Deal um die Ohren. Und genau da kommt die Gründerstory ins Spiel, die massives Vertrauen im Markt schafft. Der CEO, Frederik Hansen, war vorher selbst Principal bei Blackstone – der weiß also ganz genau, wie sich der Druck vor einer Investitionsentscheidung anfühlt. Co-Gründer Soeren Biltoft war sieben Jahre lang bei BCG, kennt also die Beraterseite perfekt. Und für die technische Exzellenz sorgt Harshil Rastogi, der aus dem Google-Engineering kommt. Diese extrem tiefe Domänen-Nähe ist ihr eigentlicher Vertriebshebel. Die sprechen die Sprache der Kunden, weil sie selbst diese Kunden waren. Okay, das leuchtet ein. Das Team bringt die nötige Glaubwürdigkeit mit. Aber wie sieht dieser Kaufprozess jetzt praktisch aus? Wenn ich als PE-Fonds ein Zielunternehmen analysieren will – wie läuft das ab, ohne dass sensible Daten lecken? Der Prozess ist erstaunlich gradlinig: Der Fonds geht zu DS2, nennt das Zielunternehmen und definiert die spezifischen Kernfragen – zum Beispiel: „Wie hoch ist die Churn-Rate bei Kunden im deutschen Mittelstand wirklich und warum wechseln sie?“ DS2 füttert ihre Plattform damit. Die KI-Agenten kontaktieren die Zielpersonen, führen die Interviews und zeichnen alles auf. Am Ende gibt es aber eine wichtige Sicherheitsstufe: Menschliche Analysten prüfen die kritischen Aussagen und verifizieren die Synthese. Und als Kunde bekommst du einen voll durchsuchbaren Report, bei dem du jede These direkt per Klick bis zum Original-Audio oder Transkript zurückverfolgen kannst. Ah, diese Rückverfolgbarkeit ist clever. Das löst ja das riesige Problem der „Halluzinationen“ bei KI. Du musst der Zusammenfassung nicht blind vertrauen, sondern kannst direkt reinhören, wenn ein Branchenexperte sagt: „Das Produkt von Firma X ist eigentlich veraltet.“ Das ist echte Nachvollziehbarkeit. Absolut. Und wenn man das strategisch weiterdenkt, wird klar: DS2 greift hier gleichzeitig zwei extrem hochpreisige Monopole an. Einerseits die klassischen Strategieberatungen, die einen Großteil ihrer Margen mit genau dieser Fleißarbeit machen. Andererseits aber auch die sogenannten Expertennetzwerke wie GLG oder AlphaSights, die gigantische Summen dafür verlangen, überhaupt erst den Zugang zu diesen Branchenexperten herzustellen. Das heißt, der eigentliche Hebel ist am Ende gar nicht, dass es billiger ist. Der Hebel ist die schiere Geschwindigkeit. Wenn ich in einer Bieterrunde nur drei Tage Zeit habe, um mein Angebot abzugeben, hilft mir ein McKinsey-Team, das drei Wochen für hundert Interviews braucht, schlichtweg nicht. Ein KI-System, das mir diese hundert Interviews verifiziert innerhalb von achtundvierzig Stunden auf den Tisch legt, dagegen schon. Exakt. Es verschiebt die Grenze dessen, was in der Praxis überhaupt analysiert werden kann. Und das ist das fundamentale Muster, das wir bei erfolgreichen KI-Anwendungen immer wieder sehen: Sie gewinnen nicht, weil sie ein bisschen schlauer sind, sondern weil sie die Zeitschranke kollabieren lassen. Ein extrem spannender Case, bei dem man genau beobachten muss, ob die Qualität der automatisierten Interviews im harten PE-Alltag die hohen Erwartungen der Investoren dauerhaft halten kann. Vielen Dank fürs Zuhören – wir hören uns in der nächsten Episode! Bis zum nächsten Mal. Ciao!