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KI im Vertrieb und Marketing: Kunden gewinnen

Lesson 12 of 12

Jedify: Die unsichtbare Schicht für verlässliche KI-Agenten

From Ignition
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Overview

In dieser Folge geht es um das Startup Jedify und die Frage, warum KI-Agenten im Unternehmen oft die falschen Datenquellen nutzen. Außerdem diskutieren wir den Kontext-Graphen, die Snowflake-Integration und das Risiko, dass große Plattformen die Idee selbst nachbauen.

KI im Vertrieb und Marketing: Kunden gewinnen: Jedify: Die unsichtbare Schicht für verlässliche KI-Agenten — full transcript

Willkommen zu einer neuen Episode! Ich bin Max Quantum, wie immer an meiner Seite Eva Cortex. Und Eva, stell dir folgendes Szenario vor: Eine Mitarbeiterin im Controlling tippt am Montagmorgen hastig in den neuen Firmen-KI-Agenten: „Wie war der Umsatz letzte Woche?“ Keine Sekunde später kommt eine glasklare Antwort, mit Euro und Cent. Klingt perfekt. Aber die Zahl ist komplett falsch, weil das System sich einfach die falsche Tabelle gezogen hat. Autsch. Das ist genau der Moment, in dem die anfängliche Begeisterung über künstliche Intelligenz im Büro schlagartig in Frustration umschlägt. Aber warte mal kurz – woran lag es? Hat das Modell einfach halluziniert oder war die Frage für die KI zu ungenau? Weder noch. Und genau darin liegt der eigentliche Hebel. Das Problem ist nicht, dass das Modell zu „dumm“ ist. Es weiß schlicht und einfach nicht, was „Umsatz“ in diesem konkreten Unternehmen überhaupt bedeutet. Es gibt vielleicht fünf verschiedene Tabellen, die alle irgendwie nach Finanzen klingen. Und genau an dieser Schnittstelle setzt ein Startup namens Jedify an. Die verkaufen nämlich nicht den bunten, sichtbaren Chatbot, sondern die unsichtbare Schicht darunter. Und das extrem erfolgreich: Im Juni 2026 haben sie eine Series-A-Finanzierungsrunde über 24 Millionen Dollar abgeschlossen, angeführt von Norwest Venture Partners. Insgesamt stehen sie damit bei rund 33 Millionen Dollar. 24 Millionen Dollar im Juni 2026 – das ist ordentlich Holz für eine reine Hintergrund-Infrastruktur. Ich versuche das gerade mal für mich runterzubrechen. Wenn Jedify nicht das Frontend baut, was machen die dann genau unter der Haube, damit der Agent eben nicht die falsche Tabelle erwischt? Der Kernmechanismus ist eigentlich ein intelligenter Vermittler. Jedify klinkt sich tief in die bestehende IT-Struktur des Unternehmens ein. Wir reden hier von Datenbanken, Data-Warehouses, SaaS-Tools, Dokumentenablagen, Slack-Kanälen und sogar Meeting-Transkripten. Daraus baut das System einen sogenannten Kontext-Graphen. Das ist im Prinzip eine semantische Landkarte. Sie definiert genau: Welche Begriffe bedeuten was, welche Daten gehören logisch zusammen – und, ganz wichtig, wer im Unternehmen darf überhaupt darauf zugreifen. Okay, warte mal – wenn ich das richtig verstehe, löst das die große Angst von Administratoren, dass die KI interne Daten an Leute ausgibt, die das gar nicht sehen dürfen? Aber ich muss trotzdem skeptisch fragen: Warum kann ich das nicht einfach über einen besseren Prompt lösen? Also der KI im Systemprompt mitgeben: „Nutze für Umsatzfragen bitte immer nur Tabelle X im Verzeichnis Y.“ Warum braucht es dafür ein millionenschweres Tool? Weil die Realität in Konzernen ein absolutes Chaos ist. Ein einfacher Systemprompt bricht sofort in sich zusammen, wenn du Hunderte von Systemen hast, die sich täglich ändern. Wenn du der KI nur sagst, sie soll „Tabelle X“ nehmen, weiß sie immer noch nicht, ob „Umsatz“ jetzt den Bruttoumsatz, den Nettoumsatz nach Retouren oder den gebuchten Umsatz meint. Genau da verschiebt sich etwas. Ohne diese strukturelle Übersetzungsebene, diesen Kontext-Graphen, bleibt jeder Agent im Grunde ein unsicherer Kantonist. Das leuchtet mir ein. Der Kundenweg ist hier eigentlich extrem logisch: Ein Großkonzern baut enthusiastisch seine eigenen Agenten, stellt dann fest, dass die Dinger im Live-Betrieb permanent falsche Quellen heranziehen oder Sicherheitsregeln verletzen, und sucht dann verzweifelt nach einer Kontrollinstanz. Nicht nach einer schickeren Antwortmaschine, sondern nach einer Vertrauensschicht. Exakt. Es geht hier nicht um die Technologie an sich, sondern um die schiere Verlässlichkeit in der echten Wertschöpfungskette. Und um das noch schneller zu skalieren, hat sich Jedify einen massiven Vertriebskanal gesichert: Eine tiefe Partnerschaft mit Snowflake. Sie sind direkt in deren KI-Umgebung Cortex AI integriert. Ah, clever! Snowflake ist ja bei riesigen Unternehmen ohnehin der zentrale Datenspeicher. Das heißt, Jedify muss nicht mühsam Klinken putzen, um an die Daten heranzukommen, sondern sitzt quasi schon direkt an der Quelle. Aber wie sieht eigentlich deren Business Model aus? Gibt es da verlässliche Zahlen, was so eine Kontextschicht kostet? Das Preismodell ist aktuell nicht öffentlich zugänglich, das muss man so klar sagen. Aber in der Branche läuft das bei solchen Plattform-Infrastrukturen meistens über jährliche Lizenzgebühren, oft gekoppelt an das Datenvolumen oder die Anzahl der angebundenen Systeme. Der Wert bemisst sich für die Kunden schlicht nach der Reduktion von Fehlern und dem gesparten Risiko durch unbefugte Datenzugriffe. Das klingt jetzt auf dem Papier alles extrem rund. Aber ganz ehrlich, Max, wo ist der Haken? Soweit ich weiß, hat Jedify aktuell erst eine zweistellige Zahl an Kunden im Live-Betrieb – namhafte Referenzen wie Kiteworks oder The Weather Company sind zwar dabei, aber das ist ja noch keine flächendeckende Marktbeherrschung. Was ist hier wirklich bewiesen und was ist bisher nur das Marketing-Narrativ von Jedify? Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Wir müssen hier sehr sauber trennen. Bewiesen ist, dass namhafte Investoren bereit sind, viel Geld auf diese These zu wetten. Und die Architektur ergibt strategisch absolut Sinn. Das offene Risiko ist aber ein anderes: Was passiert, wenn die großen Plattformen wie Snowflake, Microsoft oder Salesforce diese Kontext-Schichten einfach selbst tiefer in ihre eigenen Produkte integrieren? Wenn Microsoft sagt „Unsere Copilot-Infrastruktur braucht kein Jedify mehr, wir machen das jetzt nativ“ – dann wird der Burggraben von Jedify plötzlich sehr schmal. Genau, das ist die fundamentale Frage bei fast allen KI-Infrastruktur-Startups. Bauen sie ein echtes, eigenständiges Fundament oder nur ein Feature, das die Riesen irgendwann einfach schlucken oder nachbauen? Aber die Wette von Jedify steht: Solange Unternehmen eine neutrale Schicht wollen, die eben über verschiedene Silos von Microsoft bis Salesforce hinweg funktioniert, haben sie eine echte Daseinsberechtigung. Wir werden sehen, ob sich diese neutrale Schicht am Markt dauerhaft behaupten kann. Max, danke für diesen tiefen Einblick in die unsichtbare Welt der Agenten! Sehr gerne, Eva. Und an Sie da draußen: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!