Lesson 10 of 14
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Lisa Baumann: Hallo und willkommen zurück zu einer neuen Episode von MarketingFox! Schön, dass ihr wieder mit dabei seid – ich bin Lisa und wie immer an meiner Seite: Martin. Heute tauchen wir ganz tief ein, denn es geht um eine Lerntechnik, die so einfach klingt, aber echt unterschätzt wird – die Feynman-Methode. Martin, erinnerst du dich noch, wie wir im letzten Jahr über smarte Lernpläne gesprochen haben?
Martin Deal: Absolut, Lisa. Damals haben wir viel über Planung und Struktur geredet – und das knüpft echt gut an unser heutiges Thema an, weil die Feynman-Methode einen anderen Hebel ansetzt: nämlich das Begreifen durch Erzählen. Also, das Grundprinzip ist recht simpel, aber clever. Man nimmt ein Konzept – zum Beispiel im Marketing –, versucht es jemandem zu erklären, der null Vorwissen hat. Am besten so, als würde man’s einem Kind erzählen. Kein Fachjargon, keine langen Schachtelsätze, sondern wirklich aufs Wesentliche runterbrechen.
Lisa Baumann: Und das klingt immer so easy... Aber ich find, spätestens wenn man versucht, zum Beispiel "Marktsegmentierung" ohne dieses typische Uni-Vokabular zu erklären – aaah, dann merkt man, wie flüchtig das eigene Wissen ist, oder?
Martin Deal: Oh, hundert Prozent. Ich hab das als Coach schon oft erlebt, gerade in Verkaufstrainings. Da kam dann so ein abstrakter Begriff wie Kundenwertanalyse, na und alle nicken, aber keiner kann in drei Sätzen sagen, was das heisst. Ich sag dann immer: Stell dir vor, du erklärst das deiner Oma beim Sonntagskaffee. Wenn die dann sagt "Ah, jetzt versteh ich’s!", dann hast du’s echt raus. Richard Feynman, der Physiker, meinte ja auch: Erst wenn du’s einfach erklären kannst, verstehst du’s wirklich tief.
Lisa Baumann: Genau! Das hat so viel mit nachhaltigem Lernen zu tun. Man stopft sich nicht einfach die Fakten rein, sondern überprüft aktiv, wo Lücken sind. Und dann – das ist das Schöne – fängt man an, kreativ zu werden mit Beispielen. Ich finde, das ist ein riesiger Vorteil gerade für unsere Prüfungen im Marketing und Verkauf. Okay, warte, wo war ich... Ach ja, deswegen funktioniert die Methode auch so gut: Unser Gehirn liebt Geschichten und einfache Bilder viel mehr als so trockene Listensachen. Martin, hast du ein konkretes Beispiel aus deinem Coaching, wo die Feynman-Methode mal so richtig gezündet hat?
Martin Deal: Klar, ich hatte mal so eine Runde mit jungen Verkäuferinnen und Verkäufern. Die haben sich an der Preisdifferenzierung die Zähne ausgebissen. Also hab ich gesagt: "Stell dir vor, du verkaufst Äpfel am Marktstand. Den einen Korb gibt’s im Sonderangebot für Kids, der andere ist für Feinschmecker – warum kriegen die einen extra Preis?" Plötzlich war’s nachvollziehbar. Sie konnten’s erklären wie beim Feynman-Prinzip – und dabei hat sich wirklich der Knoten gelöst. Es ist halt dieses Runterbrechen aufs Alltägliche, das macht’s so nachhaltig.
Lisa Baumann: Das trifft’s. Also, Leute: Nicht nur für Physik, sondern mega bei uns im Marketing- und Verkaufskosmos. Und wie das konkret aussieht, schauen wir uns jetzt gleich mal an.
Lisa Baumann: So, jetzt werden wir praktisch. Ich würde sagen, ich leg mal los und versuch live, die "Customer Journey" zu erklären – aber so, als hätte ich einen kleinen Bruder vor mir, der noch nie was von Marketing gehört hat. Also… hm… Customer Journey, das ist wie, wenn du auf Schatzsuche gehst. Du siehst vielleicht in einem YouTube-Video ein cooles Spielzeug – das ist der Anfang der Reise. Dann fragst du deine Eltern, googelst danach, guckst vielleicht Videos dazu an – und irgendwann kaufst du’s im Laden. Jeder einzelne Schritt, bis du das Spielzeug kaufst, das ist wie eine Reise. Und das Unternehmen will natürlich, dass du dich bei jedem Schritt wohlfühlst und Lust hast, weiterzugehen. Boah, gar nicht so leicht, aber hat’s gepasst, Martin?
Martin Deal: Sehr, sehr cool, Lisa! Genau so muss es laufen. Und falls jemand denkt, das sei zu banal – nein, manchmal ist genau dieser Moment, wo’s fast schon zu einfach klingt, der Gamechanger. Gerade mit so Wörtern wie... na, zum Beispiel "USP". Das ist ja immer so das Paradebeispiel in jeder Probeprüfung. Ich mein, ich überleg dann immer: Was macht den Schokoladenkuchen von Omas Café anders als den von Bäcker Schmidt? Das ist der USP! Was wäre dein "Runterbrech-Tipp" für Zielgruppe?
Lisa Baumann: Oh, Zielgruppe, jaaa... Ich glaub, ich würd sagen: Zielgruppe sind einfach die Leute, denen du was verkaufen willst. Also, wenn ich Limonade mache und sie besonders süss mag, dann probier ich die zuerst bei den Nachbarskindern. Wenn die die feiern, dann hab ich wohl die Zielgruppe gefunden. Das klingt jetzt total random, aber... naja, is halt so. Ich find, da merkt man schon: Am Anfang fühlt man sich immer ein bisschen doof mit diesen einfachen Erklärungen, aber die helfen echt beim Merken, ne?
Martin Deal: Total! Und ich glaube, der schwierigste Begriff für viele ist tatsächlich "Marketing-Mix". Da stottern selbst die Profis manchmal rum. Also, ich erklär immer: Der Marketing-Mix ist wie ein Lieblingsrezept – du hast Zutaten wie Produkt, Preis, Werbung und so weiter. Für jeden Kuchen passt ein kleines bisschen was anderes, je nachdem, wen du beeindrucken willst. Und den Mix musst du halt immer wieder abschmecken. Ich bin mir sicher, das hatten wir auch in unserer Folge zu den 7Ps schon mal ein bisschen auseinander genommen – aber das Bild bleibt im Kopf hängen, oder?
Lisa Baumann: Ja, das war glaube ich Episode 3 oder so! Und da haben wir ja schon mal gesagt: Diese bildhaften Vergleiche helfen bei der Prüfung ungemein. Für mich sind’s oft diese Wörter wie Emotional Branding oder Suchfeldstrategie. Ich weiss nicht, warum, aber da verhaspel ich mich immer und komm trotzdem nicht auf die knackige Erklärung. Vielleicht sollte ich’s wirklich mal häufiger nach Feynman machen…
Martin Deal: Geht mir auch so! Und das Witzige ist, je simpler du formulierst, desto öfter bekommst du diese prüfungsrelevanten Aha-Effekte. Ich glaub, das ist auch der eigentliche Zauber: Man räumt mit sich selbst erstmal auf im Kopf. Okay, bevor ich jetzt abschweife – lass uns direkt weitergehen zu, äh, wie man das Ganze praktisch ins Verkaufstraining holen kann und wie man damit seine Prüfung rockt.
Martin Deal: Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsteil: Wie nutze ich die Feynman-Methode, wenn ich mich wirklich auf ein Verkaufsgespräch oder die mündliche Prüfung vorbereiten will? Also ich hab das häufig mit Gruppen geübt – zum Beispiel damals im Trainingszentrum in Basel, Lisa, du erinnerst dich an meine Geschichte. Da war so ein superkompliziertes Modell – ich glaub, Kundenbindungsstrategie mit vier Unterpunkten – und alle waren überzeugt, sie hätten’s verstanden. Erst als wir die Übung gemacht haben, wirklich: Jeder erklärt einen Teil so, als würde er’s einem Grundschulkind vorstellen... na, da kam schnell raus, wer noch Stolpersteine im Kopf hatte.
Lisa Baumann: Ja, ich hab das auch mal in der Lerngruppe probiert – und das war erstmal richtig unangenehm, weil’s sich so komisch direkt anfühlt. Aber dann haben wir gemeinsam die kniffligen Definitionen genommen, jeder hat versucht,’s runterzubrechen, und am Ende konnten wir uns gegenseitig richtig gut ergänzen. Ich glaub, das hilft gerade bei schriftlichen Fallstudien: Wenn du das Modell einer Freundin erklärst, fallen dir plötzlich die Lücken im Verständnis auf. Und – das hatten wir ja schon in Episode 10 – Lerngruppen geben echt einen Boost, weil du deine Gedanken aussprichst und sofort Feedback kriegst.
Martin Deal: Und weisst du, was auch noch hilft? Dass man die Rollen mal vertauscht, also: Einer spielt den ahnungslosen Kunden, der andere den Marketingprofi. Dann merkt man, wie schwer es ist, wirklich verständlich zu bleiben. Und ehrlich, manchmal kommen da so schlaue Rückfragen, die man selbst gar nicht aufm Schirm hatte.
Lisa Baumann: Voll! Ich find auch, am besten ist es kombinieren: Die Feynman-Erklärung aufschreiben, dann in eigenen Worten nacherzählen – und immer wieder mit simplen Beispielen arbeiten. Und keine Angst vorm "Kindergarten-Niveau", es ist einfach sau effektiv gerade für die Prüfung.
Martin Deal: Genau, und wie immer bei MarketingFox gilt: Hauptsache ausprobieren. Wenn ihr wollt, schnappt euch eure Community oder eure Lerngruppe, erklärt alles so basic wie möglich, und ergänzt euch. Damit merkt ihr sofort, ob ihr durchblickt. Das war wieder eine intensive Runde, Lisa – hat mir richtig Spass gemacht!
Lisa Baumann: Mir auch, Martin! Ich hoffe, ihr da draußen habt wieder ein bisschen Fuchs-Schlauheit mitgenommen. Schreibt uns gerne, wenn ihr die Feynman-Methode ausprobiert habt oder Fragen habt. Und ganz wichtig: Dranbleiben – wir hören uns in der nächsten Folge wieder. Bis bald! Und das Beste kommt nun am Schluss. Jimmy hat einen eigenen MarketingFox Feynman-Coach erstellt. Sau cool oder. Du findest ihn im GPT-Store.
Martin Deal: Ciao Lisa, macht’s gut zusammen, bis zum nächsten Mal und bleibt neugierig!