Lesson 14 of 14
Overview
In dieser Folge wiederholst du die Grundlagen der Marketing- und Unternehmenskommunikation auf Prüfungsebene. Du lernst, was Kommunikation im Unternehmen bedeutet, welche Kommunikationsinstrumente es gibt, wie sich die Kommunikationspolitik entwickelt hat und warum integrierte Kommunikation heute so wichtig ist. Ausserdem schauen wir uns Corporate Identity, Corporate Image und die wichtigsten Begriffe so an, dass du sie in der Prüfung sicher unterscheiden kannst.
Ideal für deine Speed-Repetition vor der Prüfung bei Sachbearbeiter:in Marketing und Verkauf.
Willkommen zur Show! Ich starte direkt mit der Prüfungsfalle, die wirklich ständig kommt: Ein Inserat in der NZZ -- ist das jetzt Mittel oder Träger? Und genau an so einer Kleinigkeit kannst du super schnell Punkte holen... oder verschenken. Und die Antwort ist herrlich nüchtern: Das Inserat ist das Kommunikationsmittel. Die NZZ ist der Kommunikationsträger. Gleiches Spiel bei SRF: Der TV-Spot ist das Mittel, SRF der Träger. Wenn das sitzt, hast du schon einen dieser typischen Stolpersteine sauber aus dem Weg geräumt. Ich glaub, viele verwechseln das, weil beides so nah beieinanderliegt. Also quasi: das, was ich sehe, gegen das, wodurch ich es sehe? Exakt. Das Mittel ist die reale Erscheinungsform der Botschaft -- also Plakat, Inserat, TV-Spot, Prospekt. Der Träger ist das Medium, das es transportiert -- Zeitung, Fernsehen, Instagram. Ich sag meinen Coachees da gern: Das Mittel ist das Ding. Der Träger trägt das Ding. Das ist simpel genug, dass ich's mir wirklich merke. Und das Zweite, was in der Prüfung sofort Punkte bringt, ist die Definition von Kommunikation selbst. Nicht einfach nur Infos rausschicken, oder? Nein, und das ist der entscheidende Punkt. Kommunikation übermittelt zwar Informationen und Nachrichten, aber ihr Ziel ist grösser: Sie steuert Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen von bestimmten Adressaten -- gemäss klaren Zielsetzungen. Also nicht bloss senden, sondern Wirkung erzeugen. Heisst: Kommunikation ist nicht nur „Wir informieren über ein Produkt“, sondern auch „Wir wollen, dass Menschen es gut finden, ihm vertrauen und vielleicht kaufen“? Genau das. Und daraus folgt die Kommunikationspolitik. Die umfasst die Gesamtheit aller Kommunikationsinstrumente und -massnahmen eines Unternehmens. Nach aussen, nach innen und interaktiv. Also extern marktgerichtet, intern im Betrieb und im direkten Kontakt -- etwa im Beratungsgespräch. Okay, lass mich das kurz zurückspielen. Extern wäre klassische Werbung oder PR. Intern wäre Intranet oder Mitarbeiterzeitschrift. Und interaktiv -- das sind diese echten Austauschmomente mit Kundinnen und Kunden? Ja. Kundenberatungsgespräche sind da ein perfektes Beispiel. Und genau deswegen ist Kommunikation eben keine Deko im Marketing, sondern ein Steuerungsinstrument. Dann kommen wir zu den sechs Begriffen, weil... ganz ehrlich, die sind prüfungsreines Gold. Zielgruppe, Botschaft, Massnahme, Instrument, Mittel, Träger. Wenn du die auseinanderhalten kannst, wirkt plötzlich alles viel klarer. Dann machen wir's knackig. Zielgruppe: die Empfänger der Botschaft, intern oder extern -- also Konsumenten, Handel, Medien, Mitarbeitende. Kommunikationsbotschaft: die verschlüsselte Leitidee in Text, Bild oder Ton. Beispiel: „Just do it.“ „Just do it“ ist gut, weil man sofort merkt: Das ist nicht das Plakat selbst, sondern die Idee DAHINTER. Ganz genau. Dann die Kommunikationsmassnahme: eine konkrete Aktivität, zum Beispiel ein Mailing oder ein Event. Das Kommunikationsinstrument ist die übergeordnete Kategorie -- Werbung, PR, Sponsoring. Und dann eben wieder Mittel und Träger: das sicht- oder hörbare Format und das Medium, das es transportiert. Also wenn ich sage: „Wir schalten ein Inserat in der NZZ“, dann ist Werbung das Instrument, das Inserat die Massnahme -- oder Moment, nein... Fast. Genau solche halben Verrutscher passieren in Prüfungen. Werbung ist das Instrument. Das konkrete Schalten dieses Inserats ist die Massnahme. Das Inserat selbst ist das Mittel. Die NZZ ist der Träger. Ahh, ja! Instrument übergeordnet, Massnahme konkret gemacht, Mittel sichtbar, Träger transportiert. Das ist actually eine sehr schöne Kette. Und wenn du nur drei Dinge für die Prüfung mitnimmst, dann diese: Erstens, Kommunikation steuert nicht nur Information, sondern Meinung, Einstellung und Verhalten. Zweitens, die sechs Begriffe müssen sauber getrennt sein. Drittens, bei Inserat und NZZ niemals Mittel und Träger vertauschen. Das ist so ein Kapitel, bei dem man mit kleinen, sauberen Antworten erstaunlich viele Punkte holen kann. Nicht spektakulär -- aber extrem effizient. Und irgendwie mag ich das als Marketingstudentin sehr. Und jetzt zu den vier grossen Ankern. Wenn du die beherrschst, wirkt das ganze Modul plötzlich nicht mehr wie sieben lose Themen, sondern wie ein System. Los geht's mit den sieben Kommunikationsinstrumenten. Ja, die sollte man wirklich wie eine feste Liste können: Werbung, Direct Marketing, Verkaufsförderung, PR, Sponsoring, Event Marketing, persönlicher Verkauf. Sieben Stück. Und jedes hat eine andere Aufgabe. Werbung ist für breite Zielgruppen geeignet -- etwa Inserate, Plakate, TV-Spots, Online-Ads. Direct Marketing ist die gezielte Einzelansprache, oft mit Response-Element, also Mailings, E-Mail-Marketing, Telefonmarketing. Verkaufsförderung setzt kurzfristige Kaufanreize am Point of Sale: Degustationen, Preisaktionen, Displays. Und PR ist eher Vertrauen und Beziehungen aufbauen, oder? Also Medienmitteilungen, Medienkonferenzen, Geschäftsbericht, auch interne Kommunikation. Genau. Sponsoring verknüpft eine Marke mit Sport, Kultur oder Sozialem -- der berühmte Imagetransfer. Event Marketing schafft inszenierte Erlebnisse, etwa Produktlancierungen oder Roadshows. Und persönlicher Verkauf ist der direkteste Kontakt: Aussendienstbesuch, Beratungsgespräch, Verkaufsgespräch am POS. Ich merk mir das gern über die Nähe zur Person. Werbung eher breit. Direct Marketing gezielt. Persönlicher Verkauf maximal nah. Das ist eine starke Merkhilfe. Und der zweite Prüfungsanker ist die Entwicklung der Kommunikation. Die läuft historisch von unsystematisch über Produkt- und Zielgruppenfokus bis zur Dialogkommunikation. Da sind die Begriffe USP und UAP die grossen Marker, oder? Ich bring die ehrlich gesagt manchmal noch durcheinander. Dann sauber: In den 50er Jahren war Kommunikation weitgehend unsystematisch -- Nachfrage grösser als Angebot, Produkte verkauften sich fast von selbst. In den 60ern kam die Produktkommunikation mit dem USP, also dem Unique Selling Proposition: echte, einzigartige Produktvorteile. In den 70ern die Zielgruppenkommunikation mit dem UAP, Unique Advertising Proposition: Wenn Produkte sich ähneln, muss die Kommunikation psychologisch differenzieren. Der Sprung von USP zu UAP ist eigentlich riesig. Von „Unser Produkt kann wirklich mehr“ zu „Wir geben ihm über Kommunikation ein anderes Profil“. Sehr schön formuliert. Dann die 80er: Wettbewerbskommunikation, Emotion dominiert. Werbung muss gefallen. In den 90ern verschärft sich der Kommunikationswettbewerb -- Informationsüberflutung, steigende Kosten, sinkende Wirkung. Und genau da entsteht die Integrierte Kommunikation. Ab 2000 dann Dialogkommunikation: Internet, E-Mail, Plattformen -- Unternehmen senden nicht nur, sie stehen im Austausch. Und damit sind wir beim dritten Anker: IK. Meine Lieblingsmerkhilfe hier ist wirklich ultra-kurz: gleiche Botschaft, gleiches Gesicht, gleicher Moment. Perfekt. Das sind die drei Integrationsformen. Inhaltlich: gleiche Botschaften, Claims, Argumente. Formal: gleiches Logo, gleiche Farben, gleiche Bildsprache. Zeitlich: Massnahmen sind koordiniert, etwa Produktlancierung und Kampagnenstart gleichzeitig. Also wenn Instagram lustig ist, der Brief an Grosskunden super trocken klingt und das Callcenter nochmal völlig anders wirkt -- dann fehlt genau diese Einheit? Ja. Integrierte Kommunikation ist die inhaltliche, formale und zeitliche Abstimmung aller Instrumente, damit bei den Zielgruppen ein einheitliches Bild entsteht und Synergien genutzt werden. Nicht Zentralisierung um jeden Preis -- sondern Abstimmung. Und der vierte Anker ist CI. Da hilft die Formel C-P-B-C-D. Corporate Culture, Performance, Behaviour, Communication, Design. Genau. Culture sind Werte und Leitbild. Performance ist Marktleistung, Marktstellung, Ressourcen. Behaviour ist das Verhalten gegenüber Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden. Communication umfasst alle internen und externen Kommunikationsprozesse. Und Design ist das sichtbare Erscheinungsbild -- Logo, Farben, Typografie, Bildsprache. Und die Prüfungsfrage schlechthin: CI oder Image? Antwort: CI ist das Selbstbild. Image ist das Fremdbild. Ja. Und das Ziel ist, dass beide möglichst übereinstimmen. Wenn ein Unternehmen Nachhaltigkeit predigt, intern aber völlig gegenteilig handelt, dann kippt vor allem das Corporate Behaviour -- und damit die Glaubwürdigkeit des ganzen Auftritts. Das mag ich an diesem Stoff: Er ist prüfungsrelevant, klar -- aber auch brutal alltagsnah. Man sieht sofort, warum Marken konsistent wirken... oder eben nicht. Und vielleicht ist genau das die schönste Merkhilfe zum Schluss: Kommunikation ist nie nur das, was ein Unternehmen sagt. Sie ist auch, wie geschlossen alles zusammenklingt -- und ob man es ihm glaubt.