Lesson 06 of 14
Overview
Lisa Baumann: Hi und herzlich willkommen bei MarketingFox – deinem cleveren Podcast für Marketing und Verkauf. Heute stürzen wir uns in die Welt des Marktes: Was ist überhaupt ein Markt, wie grenzt man ihn ab, und warum sollte das für deine Prüfung überhaupt wichtig sein?
Martin Deal: Genau, Lisa. Ich erinnere mich, schon im Studium war dieses Thema... Wie sagt man... ein echter Knackpunkt. Und es klingt erstmal trocken – Marktdefinition, Marktabgrenzung und all diese Begriffe. Aber eigentlich steckt da richtig viel Praxis drin. Also, der Begriff "Markt" kommt ja aus dem Lateinischen, "mercatus". Stell dir einen belebten Platz vor, Händler preisen laut ihre Waren an, und alle feilschen fröhlich darum. Heute ist es im Grunde genauso, nur halt oft digital.
Lisa Baumann: Ja, stimmt, es ist immer noch ein Platz – nur manchmal online und manchmal eben beim Bäcker um die Ecke. Marktabgrenzung ist dann die Frage: Wer spielt eigentlich mit auf diesem Markt? Da gibt’s die räumliche Eingrenzung, also wo bietest du was an – in Basel, in der ganzen Schweiz oder geht das auch international? Dann gibt’s noch die angebotsspezifische Eingrenzung: Welche Produkte oder Dienstleistungen deckst du ab? Und nicht zu vergessen, wer kauft das Ganze überhaupt? Also, die Nachfragesicht, das werden wir gleich noch vertiefen.
Martin Deal: Und manchmal merkt man gar nicht, dass man diesen Prozess selbst schon gemacht hat. Mir fällt da gerade unser Müsliriegel-Beispiel ein – weisst du noch? Wenn ich einen Bio-Müsliriegel erfinden würde, dann müsste ich auch überlegen, für wen ist das eigentlich? Verkaufe ich ihn regional, in Bioläden, oder vielleicht doch online europaweit? Und will ich Leute mit bestimmten Allergien ansprechen oder einfach alle, die mal was Gesundes mampfen wollen?
Lisa Baumann: Das bringt uns direkt zum Marktsegment. Vielleicht kurz zur Definition: Ein Marktsegment ist einfach gesagt eine Gruppe von Personen oder Unternehmen, die sehr ähnliche Bedürfnisse oder Verhaltensmuster teilen – und sich klar von anderen Gruppen abgrenzen. In der Praxis: Das ist der Grund, warum nicht jeder Marketing-Spot automatisch für alle funktioniert.
Martin Deal: Absolut. Wir haben das ja auch schon in unserer Folge über Zielgruppenplanung gestreift... hier geht's darum, den Markt zu erfassen – wer sind eigentlich meine Kundinnen und Kunden, was sind ihre Eigenheiten? Und mit diesem Wissen kann ich dann Angebote massschneidern, statt mit der Giesskanne Werbung zu machen.
Lisa Baumann: Genau! Segmentieren kann man auf verschiedenste Art: Geografisch – zum Beispiel alle Baslerinnen und Basler. Soziodemografisch – Alter, Geschlecht, Einkommen. Psychografisch – da wird's schon trickier: Lebensstil, Werte, Einstellung zu Nachhaltigkeit. Und verhaltensorientiert: Kauft jemand regelmässig bei mir oder ist es eher ein Spontankauf? Wichtig ist, sich nicht in Details zu verlieren, sondern relevante Segmente zu identifizieren.
Martin Deal: Ich bekenne, ich verliere mich oft gern im Detail. Das Problem ist, je mehr Infos du versuchst zu erfassen, umso schwammiger wird's manchmal. Ein gutes Segment zeichnet sich ja dadurch aus, dass es wirklich Sinn macht, es extra anzusprechen – also, dass es gross genug und relevant ist. Sonst versendet sich die Marketingenergie, nicht wahr?
Lisa Baumann: Total! Und am besten nimmst du das Ganze mal praktisch auseinander. Also zum Beispiel – sorry, ich springe nochmal zurück – deine Müsliriegel: Was sind deine drei wichtigsten Zielgruppen? Vielleicht Sportler:innen, Leute mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten und gesundheitsbewusste Snackfans. Und für jedes Segment kannst du eine eigene Werbebotschaft ausarbeiten.
Martin Deal: Und das ist auch Prüfungsstoff! Deshalb unbedingt üben, Zielgruppen nicht nur zu benennen, sondern wirklich zu beschreiben, mit Beispielen zu füllen. Das ist das, was am Ende zählt, auch in der Prüfung. Und Ups, manchmal ist es schwieriger, als es klingt.
Lisa Baumann: Okay, dann lass uns mal einen Schritt grösser denken – das Marktsystem, also wie alles miteinander verknüpft ist. Viele denken zuerst an Kunden, aber da gibt’s noch mehr Akteure: vorgelagerte Märkte, nachgelagerte Märkte, Komplementärmärkte und sogar Substitutionsmärkte. Klingt kompliziert, ist aber total logisch, wenn man’s einmal gesehen hat.
Martin Deal: Da hast du recht. Ich hab da wieder das Beispiel mit den Kaffeemaschinen im Kopf, da kann ich mir das immer merken... Also, dein relevanter Markt sind Leute, die tatsächlich eine Premium-Kaffeemaschine kaufen wollen. Der vorgelagerte Markt – das bedeutet, von wem bekommst du die Bauteile, wie Edelstahl oder Pumpen. Nachgelagert: Wer verkauft dein Produkt eigentlich weiter? Und dann gibt’s noch Märkte für ergänzende Produkte – wie Kaffeebohnen oder Tassen – und Märkte, wo das Produkt ersetzt werden könnte, also Tee oder French Press.
Lisa Baumann: Das Bild mit den Kreisen aus den Folien hat sich mir auch eingebrannt. Und dabei darf man die Beeinflusser nicht vergessen – die können sowohl intern als auch extern sein! Intern vielleicht die Einkaufsabteilung, die bei der Entscheidung ein Wörtchen mitredet, extern können das Medien oder Influencer:innen sein, die das Produkt anpreisen oder komplett auseinander nehmen.
Martin Deal: Oder ein Testimonial – das klassische Werbegesicht, oder eben ein Opinion Leader, jemand, dem viele vertrauen. Übrigens, kleiner Fun-Fact: In einer alten Prüfung war mal die Frage, ob Journalisten als externe Beeinflusser zählen – ja, tun sie definitiv. Manchmal sind die Prüfungsfragen ja gar nicht so weit von der Praxis entfernt, wie man denkt.
Lisa Baumann: Super Überleitung! Nicht zu vergessen sind die klassischen Marktkennziffern wie Marktvolumen, Marktpotential oder Marktanteil. Da hilft einfaches Ausrechnen – und ja, ich hab auch schonmal den Sättigungsgrad mit dem Marktanteil verwechselt, ist mir in der letzten Lernsession passiert...
Martin Deal: Glaub mir, das passiert jedem Mal. Wichtig ist, sich immer nochmal klarzumachen: Marktvolumen ist das, was tatsächlich umgesetzt wird, Marktpotential ist das, was maximal möglich wäre. Und Sättigungsgrad hilft zu verstehen, wie viel Luft nach oben eigentlich noch ist. Praktische Aufgaben, wie die mit dem Zahnputzmittel in der Schweiz, sind die beste Übung dafür. Im Zweifel: einfach mal eine Beispielrechnung machen – das Prägt!
Lisa Baumann: Jetzt wird’s strategisch! Die SWOT-Analyse – ein Klassiker, wie wir auch schon mal ganz kurz bei KI-Tools in Episode vier angesprochen haben. Aber diesmal wollen wir tiefer einsteigen: Wozu braucht man die SWOT eigentlich wirklich?
Martin Deal: Ja, ich liebe dieses Tool tatsächlich – klingt etwas nerdig, aber es hilft so sehr, alles schön zu ordnen: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken... oder auf Englisch halt Strengths, Weaknesses, Opportunities und Threats. Die Methode gibt’s schon seit den 60ern von der Harvard Business School. Und der Grundgedanke hat fast was Philosophisches: "Kenne dich selbst und deinen Feind..." Ja, Sunzi hat’s irgendwie auf den Punkt gebracht.
Lisa Baumann: Richtig spannend finde ich, dass die SWOT nicht nur "für Unternehmen" funktioniert, sondern auch, äh, auf Teams oder sogar auf dich selbst angewendet werden kann. Was sind meine Stärken, wo habe ich noch Schwächen, was könnte ich mal ausprobieren, und – ja – was bedroht mich vielleicht im Studium oder Job?
Martin Deal: Ich könnte jetzt Beispiele ohne Ende liefern, aber bleiben wir mal beim Business-Kontext... Typische Stärken könnten eine starke Marke oder eine einzigartige Technologie sein – wie bei Lidl zum Beispiel die effizienten Prozesse und schlanke Logistik. Schwächen? Vielleicht zu wenig Produktdifferenzierung oder veraltete Technik. Chancen: Trends wie Digitalisierung oder neue Märkte, und Risiken sind dann eben auch neue Wettbewerber oder regulatorische Änderungen. Das Entscheidende ist aber eigentlich: Die SWOT ist kein "einmal-ausfüllen-und-fertig", sondern ein laufender Prozess.
Lisa Baumann: Ich find’s lustig, wie man manchmal denkt, Schwäche sei einfach das Gegenteil von Stärke. Aber das stimmt oft nicht – und das sollte man in Prüfungen auch klar begründen können. Stärken und Schwächen betreffen meist interne Faktoren, Chancen und Risiken kommen eher von aussen. Und je genauer man das analysiert, desto besser kann man sich für die nächsten Schritte aufstellen.
Martin Deal: Ganz wichtig auch: Die SWOT-Analyse bringt wenig, wenn sie nicht auf die Strategie übertragen wird. Da steckt der eigentliche Mehrwert – systematisch denken, Entscheidungen fundiert treffen, Ressourcen sinnvoll einsetzen und im besten Fall nachhaltige Wettbewerbsvorteile aufbauen. Und das gilt nicht nur für Siemens oder IKEA, wie die Praxisbeispiele zeigen, sondern wirklich für jedes Unternehmen, das langfristig erfolgreich sein will.
Lisa Baumann: Okay, das war jetzt eine richtig volle Folge! Von der Marktdefinition bis zur SWOT-Analyse – alles Bausteine, die du in deiner Prüfung und auch im echten Leben gebrauchen kannst. Wenn du magst, schau dir nochmal die Transferaufgaben durch, versuch eine eigene SWOT oder Marktsegmentierung zu üben – das bringt echt viel.
Martin Deal: Und wie immer: Dranbleiben! Nächste Folge nehmen wir uns vielleicht ein paar knifflige Praxisbeispiele vor oder greifen wieder einen deiner gewünschten Themenwünsche auf. Danke, Lisa, für den spannenden Austausch – und danke euch fürs Zuhören.
Lisa Baumann: Danke auch an dich, Martin. Wir wünschen euch allen viel Erfolg beim Lernen – bleibt schlau wie der Fuchs! Bis zum nächsten Mal, ciao!
Martin Deal: Servus und auf bald!