Audio Courses
Dokumentenmanagement und digitale Prozesse im Mittelstand

Lesson 07 of 13

Intelligent Document Processing: Zukunft der automatisierten Dokumentverarbeitung

From Der DMS-Podcast
Audio lesson
0:000:00

Overview

Erfahren Sie im DMS-Podcast, wie IDP mit KI die Dokumentenverarbeitung revolutioniert, Kosten senkt und Wettbewerbsfähigkeit steigert – Effizienz für Ihr Unternehmen. Schreiben Sie für eine kostenfreie Beratung an: kontakt@dms-gmbh.de oder rufen Sie uns einfach an: 089 897069-25 Website: https://www.dms-gmbh.de

Dokumentenmanagement und digitale Prozesse im Mittelstand: Intelligent Document Processing: Zukunft der automatisierten Dokumentverarbeitung — full transcript

Willkommen zum DMS-Podcast. Der Podcast für Geschäftsführung, Digitalisierung und DMS-Strategie. Im Rahmen unserer Gespräche über Prozesse, die wirken, beleuchten wir heute eine Technologie, die nicht nur Zeit spart, sondern über die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens entscheidet: Intelligent Document Processing, kurz IDP. Hallo zusammen. Stellen Sie sich mal folgende Situation vor: Es ist Montagmorgen. In der Buchhaltung stapeln sich digitale und physische Eingangsrechnungen. Lieferscheine fliegen herum, Auftragsbestätigungen warten im E-Mail-Postfach. Und Ihre hochqualifizierten Fachkräfte? Die machen genau das, was sie eigentlich nicht tun sollten: Sie tippen ab. Zeile für Zeile, Betrag für Betrag. IBANs werden verglichen, Bestellnummern gesucht. Das ist nicht nur frustrierend, das ist im Jahr 2025 eigentlich ein betriebswirtschaftliches Verbrechen. Rebecca, schön dass du da bist. Wir müssen reden. Hallo Markus. Ja, das müssen wir definitiv. Denn was du da beschreibst, ist leider immer noch der Standard in viel zu vielen deutschen Mittelständlern und ganz oft bei kleineren Unternehmen. Und das Verrückte ist: Während wir hier sprechen, zieht der Wettbewerb genau an dieser Stelle vorbei. Ich habe neulich Zahlen gesehen, die mich wirklich erschreckt haben. Unternehmen, die IDP – also intelligente Dokumentenverarbeitung – einsetzen, haben ihre Transaktionskosten im Rechnungseingang nicht nur um ein paar Prozent sondern um bis zu 80 Prozent gesenkt. Wer als Geschäftsführer heute nicht handelt, akzeptiert im Grunde, dass seine Verwaltungskosten stetig steigen, während der Wettbewerb sie gerade drastisch senkt, das Unternehmen verliert bares Geld. Lass uns da direkt einhaken. "Verliert Geld" ist ein guter Trigger für jeden Geschäftsführer. Aber bevor wir in die Panik verfallen, müssen wir erst einmal klären, was wir hier eigentlich vor uns haben. Viele unserer Hörer kennen OCR, also die klassische Texterkennung. Und viele, die beispielsweise DocuWare nutzen, kennen den Begriff "Intelligent Indexing". Jetzt kommen wir mit IDP um die Ecke. Ist das nur alter Wein in neuen Schläuchen oder sprechen wir hier von einem echten Technologiesprung? Das ist die entscheidende Frage, um das Potenzial zu verstehen. Man muss sich das wie eine Entwicklungskurve vorstellen. Ganz unten steht die klassische OCR. Klassische OCR ist wie ein Kind, das gerade das Alphabet gelernt hat. Es sieht ein "A" und weiß, das ist ein "A". Aber es versteht nicht, ob dieses "A" Teil eines Namens, einer Stadt oder eines Artikels ist. Es liefert dir nur dummen Text. Dann haben wir "Intelligent Indexing", das Nutzer von der modernen DMS-Lösung DocuWare kennen und lieben. Das ist schon ein riesiger Schritt weiter. Intelligent Indexing ist wie ein sehr aufmerksamer Praktikant. Du zeigst ihm auf der ersten Rechnung eines Kreditors: "Schau mal, hier unten rechts, das ist der Bruttobetrag auf der Rechnung dieses Lieferanten". Beim nächsten Mal erinnert er sich daran. Es lernt durch Feedback. Ein Ampelsystem zeigt dir an: Grün heißt "Ich bin sicher", Gelb heißt "Mensch, schau mal drüber" oder Rot "Ich weiß nicht, wo einige Daten stehen, zeig es mir". Das funktioniert hervorragend bei wiederkehrenden Lieferanten und bekannten Formaten. Es ist ein lernendes System, das auf Wiederholung und Mustererkennung basiert. Aber wir wissen beide, dass die Realität im Einkauf oder in der Logistik chaotischer ist. Einmalige Bestellungen, internationale Belege, Lieferscheine, die aussehen, als wären sie auf einer Serviette gedruckt worden. Exakt da stößt das Layout-basierte Lernen an Grenzen. Und hier zeigt sich die Stärke von Intelligent Document Processing. IDP verlässt sich nicht mehr primär darauf, wo etwas steht, sondern analysiert mittels KI und semantischen Modellen, was dort steht. Es versteht den Kontext. Eine IDP-Engine erkennt ein Datum nicht nur als Datum, sondern versteht durch die umgebenden Wörter wie "Leistungszeitraum" oder "fällig bis", welche betriebswirtschaftliche Bedeutung dieses Datum hat. Das ist der Gamechanger. Wir bewegen uns weg vom "Auswendiglernen von Layouts" hin zum "Verstehen von Inhalten". Das ermöglicht Dunkelverarbeitungsquoten – also Prozesse, die vollautomatisch ohne menschlichen Eingriff durchlaufen –, von denen wir vor fünf Jahren nicht einmal geträumt hätten. Das Wort "Dunkelverarbeitung" löst bei kaufmännischen Leitern oft zwei Gefühle aus: Begeisterung wegen der Effizienz und Panik wegen des Kontrollverlusts. Wenn wir Entscheider davon überzeugen wollen, diesen Weg zu gehen, müssen wir über Sicherheit sprechen. Wie verhindert IDP, dass falsche Daten ins ERP- oder Dokumentenmanagementsystem gelangen und dort Chaos anrichten? Das ist eine absolut berechtigte Sorge. Aber paradoxerweise ist IDP oft sicherer als der Mensch. Ein Mensch wird müde, er überliest Dinge, er macht Tippfehler. Ein IDP-System arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, sogenannten Confidence Levels. Für jedes extrahierte Feld gibt die KI einen Wert aus, wie sicher sie sich ist. Der Prozess sieht dann so aus: Das System liest die Daten aus und validiert sie sofort gegen die Stammdaten im ERP. Gibt es diesen Lieferanten? Passt die IBAN? Stimmen die Summen mathematisch? Wenn die KI sich sicher ist und die Validierung passt, läuft der Beleg durch. Wenn aber auch nur der geringste Zweifel besteht – sagen wir, die KI ist sich bei der Bestellnummer nur um wenige Prozent unsicher – dann wird dieser Vorgang ausgesteuert. Und zwar proaktiv an den Sachbearbeiter. Das heißt, wir drehen das Arbeitsprinzip um. Der Mitarbeiter prüft nicht mehr jeden Beleg, sondern nur noch die Ausnahmen. Management by Exception. Genau. Und damit verändern wir auch das Jobprofil in der Buchhaltung oder im Einkauf. Weg vom Datenerfasser, hin zum Datenmanager und Prozessüberwacher. Das ist auch ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf den Fachkräftemangel. Sie finden heute kaum noch Leute, die Lust haben, den ganzen Tag Daten abzutippen. Wenn Sie aber sagen: "Bei uns managen Sie KI-gestützte Prozesse", dann sind Sie als Arbeitgeber plötzlich wieder attraktiv. Lass uns mal konkret in die Umsetzung schauen. Ich höre oft von Geschäftsführern: "Das klingt super, aber unsere IT-Abteilung ist land unter. Wir können jetzt kein riesiges KI-Projekt stemmen." Wie hoch ist die Hürde wirklich? Müssen wir da monatelang neuronale Netze trainieren? Nein, Gott sei Dank nicht mehr. Die Zeiten, in denen man Data Scientists einstellen musste, sind vorbei. Moderne IDP-Lösungen, insbesondere wenn sie in Ökosysteme wie DocuWare integrierbar sind, kommen "pre-trained". Die Modelle haben bereits Millionen von Rechnungen und Lieferscheinen gesehen und wissen, wie ein deutsches oder amerikanisches Dokument aussieht. Der Projektaufwand verschiebt sich. Es geht weniger um die Technologie, sondern mehr um Ihre Datenqualität. Das ist oft der schmerzhafte Teil der Wahrheit. IDP deckt gnadenlos auf, wenn Ihre Stammdaten im ERP nicht sauber sind. Wenn Sie dort drei Dubletten eines Lieferanten haben, weiß die KI nicht, wem sie die Rechnung zuordnen soll. Das ist ein wichtiger Punkt. Die Einführung von IDP ist also auch immer ein Reinigungsprozess für die eigenen Datenstrukturen. Aber auch da gibt es Möglichkeiten zu automatisieren, sodass vom Menschen nur dort eingegriffen werden muss, wo sich Inkonsistenzen herausstellen. Absolut. Man sollte in Phasen vorgehen. Starten Sie nicht mit dem komplexesten Dokumententyp. Nehmen Sie die Eingangsrechnung. Da ist die Struktur halbwegs klar, der Handlungsdruck ist groß und der ROI – der Return on Invest – ist am schnellsten sichtbar. Analysieren Sie vorher Ihr Volumen. Das Pareto-Prinzip gilt auch hier: 20 Prozent Ihrer Lieferanten verursachen meist 80 Prozent des Belegvolumens. Wenn Sie diese "Top-Lieferanten" automatisiert haben, haben Sie den Großteil der Arbeit erledigt. Die exotische Rechnung aus Übersee, die einmal im Jahr kommt, die darf der Mensch auch weiterhin manuell machen. Es geht nicht um 100 Prozent Automatisierung auf Biegen und Brechen, sondern um wirtschaftliche Vernunft. Da sind wir wieder beim Thema Wettbewerbsdruck. Ich beobachte, dass viele Unternehmen zögern, weil sie auf die "perfekte" Lösung warten. Aber während sie warten, ziehen die innovativen Player vorbei. Was ist dein Rat an die Führungskräfte, die jetzt zuhören und sich fragen: "Ist mein Unternehmen reif dafür?" Mein Rat ist: Warten ist keine Strategie. Die Technologie ist reif. Die Systeme, die Anbieter wie DocuWare bereitstellen, sind stabil und skalierbar. Wer jetzt wartet, verliert jeden Monat Geld durch ineffiziente Prozesse. Viel wichtiger ist der kulturelle Aspekt. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit. IDP darf nicht als Bedrohung wahrgenommen werden, sondern als das Werkzeug, das die lästige Routinearbeit eliminiert. Zeigen Sie Ihrem Team: "Wir schaffen das ab, was euch nervt, damit ihr Zeit habt für das, was wichtig ist – Lieferantenmanagement, Controlling, Liquiditätsplanung." Wenn Sie das kommunikativ gut begleiten, wird aus dem Projekt ein Selbstläufer. Die Mitarbeiter werden die Ersten sein, die fragen: "Wann kommen den wir dran, wann bekommen wir IDP?" Ein weiterer Aspekt, den wir kurz anreißen sollten, ist die Skalierbarkeit über die Rechnung hinaus. Wir sprachen kurz über Lieferscheine. Gerade im produzierenden Mittelstand ist der Abgleich zwischen Bestellung, Lieferschein und Rechnung – der berühmte 3-Way-Match – ein gigantischer Zeitfresser. Das ist eigentlich die Königsdisziplin. Rechnungen sind Finanzmathematik. Lieferscheine sind Logistik pur. Sie sind oft unstrukturiert, sind zerknittert, enthalten Handschrift wie Fehl- oder Übermengen bei Abrufaufträgen oder Leergutannotationen im Lebensmittelgroßhandel. Hier spielt IDP seine volle Stärke aus. Das System kann Positionen auf dem Lieferschein extrahieren – also Artikelnummern und Mengen – und diese Zeile für Zeile gegen die offene Bestellung im System prüfen. Stellen Sie sich vor, was das bedeutet: Der Wareneingang wird automatisch gebucht, Bestände werden in Echtzeit aktualisiert. Und wenn die Rechnung kommt, ist die Vorarbeit schon geleistet. Das beschleunigt nicht nur die Buchhaltung, das macht Ihre ganze Supply Chain transparenter und schneller. Sie wissen früher, was fehlt, und können schneller reagieren. In Zeiten von fragilen Lieferketten ist das ein echter Wettbewerbsvorteil. Zusammenfassend können wir also festhalten: Intelligent Document Processing ist kein IT-Projekt, es ist ein Organisationsprojekt. Es erfordert saubere Stammdaten, eine klare Zielsetzung und den Willen, Prozesse grundsätzlich neu zu denken – weg vom Belegbild, hin zum Datenstrom. Die Technologie, sei es stand alone für die Übergabe der Daten z.B. in ein ERP oder tief integriert in Plattformen wie DocuWare, steht bereit. Das Risiko des Nicht-Handelns wiegt mittlerweile schwerer als das Investitionsrisiko. Das hast du perfekt zusammengefasst, Markus. Es geht um Zukunftsfähigkeit und Resilienz. Wir können die Demografie und den Fachkräftemangel nicht wegdiskutieren, aber wir können unsere Prozesse so intelligent gestalten, dass sie uns nicht limitieren. IDP ist der Schlüssel dazu. IDP ist eine Investition, die im Laufe der Zeit an Wert gewinnt, statt abzunutzen. Das ist eigentlich das perfekte Argument für jeden Kaufmann. Zusammenfassend können wir also sagen: IDP ist der nächste logische Schritt nach der Digitalisierung des Papierarchivs. Wer heute noch manuell abtippt, verbrennt Ressourcen und riskiert seine Wettbewerbsfähigkeit. Die Technologie ist da, sie ist bezahlbar und sie funktioniert. Die Schritte sind klar: Volumen analysieren, Stammdaten putzen, integrieren und das Team mitnehmen. Und ich möchte noch einen Gedanken mitgeben: Die Frage ist nicht, "ob" Sie IDP einführen, sondern "wann". Jeder Monat, den Sie warten, ist ein Monat, in dem Ihr Wettbewerber, der es schon nutzt, effizienter arbeitet als Ihr Unternehmen. Ein wunderbares Schlusswort. Wir sehen also: Die Zukunft der Dokumentenverarbeitung ist intelligent, automatisiert und vor allem: sie entlastet den Menschen. Vielen Dank für diese tiefen Einblicke und die klare Einordnung, Rebecca. Es war wie immer sehr aufschlussreich. Sehr gerne, Markus. Danke für das Gespräch. Und damit sind wir am Ende dieser Folge des DMS-Podcast. Danke an Gerhard von Sachsen Gessaphe für Script und Produktion. Sie haben heute gehört, warum Intelligent Document Processing mehr ist als nur Texterkennung. Es ist der nächste logische Schritt in Ihrer Digitalstrategie. Lassen Sie uns die nächsten Schritte praktisch klären. Schreiben Sie an kontakt@dms-gmbh.de. Wenn Ihnen diese Folge gefallen hat, freuen wir uns über ein Daumen hoch und vergessen Sie nicht, diesen Podcast zu abbonieren. Ihre Meinung lesen wir gerne in den Kommentaren. Und denken Sie dran: Digitalisierung ist keine Kostenfrage, sondern eine Zukunftsinvestition. Weil Widerstandsfähigkeit und Erfolg nicht von außen kommen – sondern von innen entstehen. Bis nächste Woche, wieder Dienstags.